@Yamel_Photography

Bereits im Mittelalter hielten viele Städte jährlich Wehr- und Schießübungen ab, damit ihre Bürger im Fall einer Krise die Stadt verteidigen konnte. Die älteste Organisation, die in Willich solche Übungen abhielt, war die Sebastianus-Bruderschaft von 1475.

Das Schütz- und Heimatfest in heutiger Form geht auf das Jahr 1886 zurück. Carl Grooten vom Vorstand der “Bürger-Junggesellen-Bruderschaften”, hatte im Jahre 1886 eintreffen initiiert, mit dem Gedanken das man ein gemeinsames Schützenfest in Willich feiern wolle. 

Im Jahre 1922 trat der Schützenzug Querschläger auch dem Allgemeinen Schützenverein 1886 Willich e.V. bei, nach den Jahren des ersten Weltkrieges und dem Wiederaufbau des Radfahrverein Vorwärts, wurde von einigen jungen Sportlern die Idee geboren einen eigenen Zug auf die Beine stellen zu worden. Solche Volksfeste wie das Schützen- und Heimatfest wurden damals dazu genutzt, um Mitglieder für den Radfahrverein zu werben.

@ASV_WILLICH

Der Schützenzug Querschläger wurde im Jahre von Mitgliedern des Radfahr-Verein Vorwärts, der damals in Willich zu den gesellschaftlichen Eckpfeilern in der Gemeinde Willich gehörte, gegründet. Die Idee zur Gründung des Schützenzuges kam daher, da der Radfahr-Verein  Anfang der 1920er in sich in einem Wiederaufbau befand, und die Teilnahme bei größeren Volksfesten als Marketing Aktion zur Mitgliederwerbung benutzte.  Der erste offizielle Name unseres Vereins war: “Erster Schützenzug des Radfahr-Verein Vorwärts 1922”.

Der Beiname, besser Spitzname “Querschläger” wurde schon früh geprägt, die Schützen waren wieder einmal aus der Rolle gefallen und der Zugführer kommentierte nur trocken: “Ihr seid richtige Querschläger” – Ein Name war geboren und wurde mehr und mehr zum Markenzeichen unseres Verein. Auch heute noch wissen die Querschläger um ihren Auftrags, immer etwas anders sein zu wollen als andere, eine Tatsache, die schon so manchen Zugführer zu schieren Verzweiflung getrieben hat.

Unseren Beispiel sind in den folgenden Jahren und Jahrzehnten weitere Vorwärts-Sportler gefolgt, so gründete sich im Jahre 1950 die Treuen Kameraden und im Jahre 1954 die Hüldöppkes.

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2021 N.N.
2020 Aufgrund Covid-19 kein König
2019 Niklas Nolting
2018 Niklas Nolting
2017 Alwin Buchholz, jun.
2016 Frank Zientek
2015 Wolfgang Heinrich
2014 Sebastian Buchholz
2013 Sebastian Buchholz
2012 Markus Brohsen
2011 Kazimier Irisik
2010 Tobias Binder


2009 Rainer Naus
2008 Peter Binder
2007 Wolfgang Heinrich
2006 Rainer Naus
2005 Herbert Waskan
2004 Alwin Buchholz, jun.
2002 Reiner Brings
2000 Wolfgang Heinrich


1999 Alwin Buchholz, jun.
1998 Klaus Verstappen
1996 Sven Neuhof
1995 Peter Binder
1994 Klaus Verstappen
1993 Dieter Lawaczek
1992 Franz Schüller
1991 Michael Lehmann
1990 Herrmann Fischer


1989 Willi Spott
1988 Alwin Buchholz, jun.
1987 Alwin Buchholz, jun.
1986 Alwin Buchholz, sen.
1985 Hans Wollny
1984 Manfred Niechiol
1983 Herbert Waskan
1982 Ludwig Wollny
1981 Klaus Schütz
1980 Karl-Heinz Brohsen


1979 Wolfgang Klein
1978 Franz Schüller
1977 Franz Schüller
1976 Hans Flatten
1975 Wolfgang Klein
1974 Alwin Buchholz, sen.
1973 Jakob Verlaak
1972 Hans Flatten
1971 Otto Stark
1970 Hans Wollny


1969 Lothar Wynands
1968 Erich Geifes
1967 Hans Flatten
1966 Walter Thiele
1965 Alwin Buchholz, sen.
1964 Josef Dömkes
1963 Richard Loosen
1962 Ludwig Verlaak
1961 Otto Gahlau
1960 Richard Bürck

2018 – Dato Rainer Naus
1992 – 2018 Alwin Buchholz, jun.
1987 – 1992 Franz Schüller
1972 – 1987 Alwin Buchholz, sen.
1958 – 1972 Erich Geifes
1947 – 1958 Peter Post
1929 – 1946 Toni Hückels
1922 – 1928 Albert Rahm

@ASV_WILLICH

Die Zusammenkünfte der alten Querschläger fanden jeden Sonntag bei Bonten statt. Es waren keine offiziellen Versammlungen heutigen Stils, vielmehr eine Art Stammtischrunde von Leuten, die sich gut kannten und einen gemeinsamen Hang zur Geselligkeit hatten (aus einer solchen Stammtischrunde wurde wohl auch die Idee geboren, 1922 zum ersten Male mitzumarschieren). Da sich sowie alle Sonntags trafen, konnten Vorschläge und Ideen gleich behandelt werden. Die Mutter der Kompanie, stiftete in jedem Jahr das Blumenhorn …

Das Alter der Schützenbrüder war ziemlich einheitlich, es bewegte sich um die 25 Jahre. Die Schwankungen betrugen 2 – 3 Jahre.

Das Gründungsjahr 1922 fiel in die schlechte Zeit. Ein Spruch aus dieser Zeit: “Et es ´ne uesel ende welt, völl papier on wennes jelt…” (St. Tönis, Berg Wilhelm).

So erzählte ein alter Schützenbruder: “Da hatten wir eines abends einmal 1.000.000 Mark in der Tasche. Wir nahmen uns vor, damit am nächsten Abend rauszugehen und das Geld auf den Kopf zu hauen. Der Tag verlief auch noch gut, doch als der Abend kam, mussten wir feststellen, dass das Geld nicht einmal für den Eintritt reichte. Ja, das war die Inflation…”

Die schönste Woche des Jahres, war immer die Woche vor dem Schützenfest, die Übungswoche. Es ging dann in Formation nach Hannen auf der Hardt. Der Zugführer Albert Rahm ließ auf dem Wege dorthin an jedem zweiten Laternenmast eine Parade machen. So hatten man den richtigen Durst, um bei Hannen einzukehren. Der Rückweg verlief ebenso und endete meist bei Schiffer oder bei Bonten…

Kurze Zeit, nachdem Albert Rahm nach Norf zog, wurde er dort Schützenkönig. Natürlich durften auch Vertreter seines ehemaligen Willicher Zuges nicht fehlen. Mit dem Brennabor-Auto des Kassierers Jakob Breuers ging es nach Norf. Dieser Besuch dürfte wohl in die dortigen Annalen eingegangen sein, denn anschließend fehlten Toilettenspiegel, Schützenkränze, sogar ganze Blenden (Fensterläden) fanden ihren Weg nach Willich…

In einem Jahr gab es vom Radfahrverein einen Zuschuss von zwanzig Mark für den Zug. Das war damals wohl etwas mehr wert als heute und so machte sich der Zug auf, um diese Freude tüchtig zu feiern. Der Weg ging nach Metzen und dann de janze hellje-hüskes wier terück. So kam man beim Höfkes-Metzger vorbei und die ganze Meute fiel dort ein. Der Zugführer (Rahm) griff sich die Schneidemaschine, auf der ein Stück Schinken lag und schnitt und schnitt … – bis die gute Metzgersfrau meinte: “Joe jonges, dat wat err afsnitt, dat mör err och neeme”! “Wat?” meinte ein Schützenbruder daraufhin “dar es os noch neeit jenoch, hat err neeit noch miir?”, nahmen sich noch die letzten Blutwurstringe und weiter ging es nach Bonten. Sie mussten schön ausgesehen haben, dass der alte Bonten (de doch waal er´s kniipiswoer) noch das Brot zu der Mahlzeit gab.

Früher wurde der Standort der einzelnen Züge beim Schützenfest ausgelost. Jeder Schützenzug hatte einen Vertreter, der auf der Generalversammlung für den Zug das Los zog. Im Jahre 1929 war es Reuter Heinrich, der für den Zug des Radfahrvereins die No. 2 zog (No. 1 war traditionsgemäß dem Zug von Hütz Robert vorbehalten). Ein anderer Zug versuchte seinen Platz für ein Fass Bier zu tauschen. Ob unsere Ur-Querschläger zu Stolz waren, oder ob ein Fass Bier bei einem solchen Fall zu wenig war – Ich weiß es nicht: Jedenfalls kam der Handel nicht zustande…

Es ist nicht einfach aus den Anfängen unseres Zuges zu berichten. Schriftliche Aufzeichnungen sind nicht vorhanden und es gibt nur die Erinnerungen unseres Feldwebels Otto Stark, die später einmal niedergeschrieben wurden. Die ältesten Aufzeichnungen stammen aus dem Jahr 1960, als sich die Querschläger erstmal drauf besannen, dass es Papier und Tinte gibt, mit denen man Berichte und Protokolle fertigen kann. Schriftführer wurde damals Hans Wollny, dem wir die Protokolle aus dieser Zeit und einige schriftliche auf die Gründungsjahre verdanken. So wissen wir um die Namen der Gründungsmitglieder: Albert Rahm, Toni Hückels, Peter Post, Peter Wilms und Heinrich Reuter. Es waren die Vorwärts-Sportler, die einen eigenen Schützenzug auf die Beine stellen wollten. Erster Zugführer war Albert Rahm.

In der Sitzung am 16. Januar 1960, zu der die Aufzeichnungen beginnen, wurde damals Otto Stark zum Feldwebel gewählt. Zugführer damals seit einem Jahr war Erich Geifes, dessen besonderer Verdienst es schon wenige Jahre später sein sollte, den Zug für junge Menschen zu öffnen und attraktiv zu gestalten. Vorausschauend wie er war, wollte er hierdurch den Bestand des Zuges in das nächste Jahrtausend hinein sichern.

Der Kassenbestand des Zuges sah damals aus heutiger Sicht betrachtet nicht gerade rosig aus: Spargelder für das Schützenfest insgesamt 331,94 DM; die Vergnügungskasse hatte ein Plus von 98,50 DM. Große Feste oder Ausflüge konnten hiermit eigentlich nicht finanziert werden. Trotzdem: die Geselligkeit kam nicht zu kurz. Das Vogelschießen am Himmelfahrtstag im Garten von “Wilddieb” Otto Gahlau war erster Höhepunkt des Jahres. “Nach hartem Kampf”, so die Chronik, wurde Richard Bürck Zugkönig und repräsentierte den Zug beim 75 jährigen Jubiläumsschützenfest. Übrigens nahm der Schützenzug in diesem Jahr nicht ganz geschlossen am Schützenfest teil. Ein Schützenbruder war leider durch Auswärts-Montage verhindert – ein Umstand, wie es die Querschläger auch in den Folgejahren immer wieder einmal treffen sollte.

Wie die Querschläger es auch immer mit ihrer schmalen Kassen angestellt haben, Ausflüge gab es auch in den damaligen knappen Zeiten. Im Jahr 1960 war Winningen an der Mosel Ziel der Reise, die über zwei Tage ging. In 1961 machten Schützen gemeinsam mit ihren Frauen einen Tagesausflug nach Ockenfels.

Überhaupt fühlen sich die Vorwärts-Züge durchaus noch miteinander verbunden, so marschierten zum Beispiel einer alten Tradition zufolge Querschläger und Treue Kameraden bei den Umzügen und Paraden des Willicher Schützen und Heimatfestes in jedem Jahr gleich hintereinander und bringen hierdurch die gemeinsamen Wurzeln zum Ausdruck. Auch die Idee aus dem Jahr 1985 haben diese beiden Züge in den letzten Jahren wieder aufleben lassen, und hier schon eine kleine Tradition entwickelt. Denn beide Züge treten bei der Montagabendparade in einem gemeinsamen Block an, angeführt von den beiden Zugführer und Füllhornträgern. Dass schafft Gemeinsamkeit, da lebt denn auch der alte Radfahrverein noch ein wenig auf. Und wenn auch die Kommentatoren Karl von Bökel oder Franz Auling in den letzten Jahren etwas aus ihrem Konzept geraten sind ob dieser geballten  vorwärts-drängenden Kraft – herrliche Anblick dieser Formation wird vom Publikum immer wieder dankbar aufgenommen und mit Applaus quittiert. Und wenn es dann geklappt hat (und es klappt immer) gibt´s Jubel bei den Schützen: Das war mal wieder was!

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Im Jahr 2012 gab es wieder was zu feiern! Der Schützenzug Querschläger ist 90 Jahre alt geworden. “Nach hartem Kampf” beim Vogelschießen, hatte es unser Schützenbruder Markus Brohsen nicht nehmen lassen den Vogel von der Stange zu schießen. Zu seinen Schuhputzern (Ministern) ernannte er seine Schützenbrüder Kazimier Irisik und Benedikt Buchholz. Gefeiert wurde dieses Jubiläum im Juni in unserem damaligen Wachlokal der Gaststätte “Zum Kaisersaal Schiffer”, die Feier ging bis in die frühen Morgenstunden. Da wir beim Schützenfest die Ehre hatten, auf vorletzter Stelle des Regiments laufen zu dürfen, hatten wir es uns natürlich am Montagabend bei der Abschlussparade des Schützen und Heimatfestes gemeinsam mit den Freunden vom Jägerzug Treue Kameraden in einer Formation an Schützenkönig und Zuschauern vorbei zu marschieren. Zu erst liefen wir als Block auf Position der Treuen Kameraden (diese liefen in der Mitte des Regiments) um dann später das gleiche Spielchen nochmal auf unserer Position zu veranstalten. Den damaligen Kommentator Franz Auling hatten wir damit einwenig aus seinem Konzept gemacht.

Wie es bei den Querschlägern alte Tradition ist, wird in der Regel alle 2 Jahre eine Herrentour die über ein Wochenende geht gemacht. Unser Ziel im Jubiläumsjahr war Amsterdam, die Tour wurde durch unseren Schützenbruder Michael Lehmann organisiert. Gut 2 Wochen nach der Herrentour, unternahmen die Querschläger gemeinsam mit ihren Frauen eine Planwagen Tour. Diese startete in Schiefbahn auf dem Diepeshof, ging über Kleinenbroich und Korschenbroich und endete dann wieder in Schiefbahn.

26 Jahre im Amt, zugleich dienst ältester Zugführer bei den Querschläger. Im Frühjahr des Jahres 2018 gab Zugführer Alwin Buchholz bekannt, das er beim Schützen und Heimatfest 2018 das letzte mal als Zugführer seiner Querschläger mitlaufen wolle, und danach in zweite Glied zurückkehren möchte. Seine Schützen hatten es sich natürlich nicht nehmen lassen, am Schützenfest Samstag ihren Zugführer gebührend zu verabschieden. So hatte man sich u.a. in einer geheimen Aktion unter den Vorwand man möchte wegen des Wetters die Totenehrung vorziehen, um ein Erinnerungsbild anfertigen lassen zu können.

An dieser Stelle möchten wir uns bei Alwin rechtherzlich bedanken, dass er seine Querschläger in den vergangenen 26 Jahren nicht nur ausgezeichnet angeführt hat, sondern auch für die viele Arbeit und Herzblut. Nun freuen wir uns Alwin wieder im zweiten Glied begrüßen dürfen, und freuen uns darauf mit ihm in seinen letzten aktiven Jahren als normaler Schütze zusammen im Glied marschieren zu dürfen.

Im Dezember 2018 wurde nach knapper Wahl der Schütze Rainer Naus von seinen Schützenbrüdern zum neuen Zugführer gewählt.